Geballte Marken mit KISS



Apple und der angebissene Apfel, Mercedes und der Stern, McDonalds und das große M – Logos sind das Aushängeschild eines Unternehmens. Ein Symbol, das jeder kennt. Einzigartig und unverwechselbar. Doch was ist das Geheimnis hinter diesen Markenzeichen? Art Director Manfred Kronenberg kennt die Antwort – und erklärt an einem grünen Tennisball, worauf es ankommt.

Gute Logos“, sagt Manfred Kronenberg, „folgen eigentlich immer dem gleichen Muster: Sie sind einfach, anpassungsfähig, repräsentativ und unverwechselbar.“ Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Gründer und heutige Art Director der MEDIUM Werbeagentur aus Bielefeld jetzt schon mit den Geheimnissen starker Markenauftritte. Für mittelständische Betriebe und große Konzerne hat der Designprofi unzählige Logos weiterentwickelt und entworfen. Die Idee für eines seiner spannendsten und wie er sagt „kreativsten Projekte“ fiel ihm dabei buchstäblich wie Schuppen von den Augen.

Der erste Aufschlag sitzt
„Es war ein Donnerstagnachmittag. Ein Kollege und ich fuhren gerade von einem Termin bei unserem Kunden Gerry Weber zurück zur Agentur. Mit im Gepäck hatten wir den Auftrag, eine Bildidee für die Gerry Weber Open, nach Wimbledon das größte Rasentennisturnier der Welt, zu entwickeln. Ich bin zwar kein Ballsportler, aber aus den Begriffen „Rasen“ und „Tennis“ musste sich doch etwas drehen lassen. Also fing ich an zu scribbeln. Zehn Minuten später stand die erste Grobskizze für den „Rasen-Tennisball.“ Sein Geistesblitz irgendwo auf der Landstraße zwischen Halle und Warendorf ist mittlerweile zwanzig Jahre her. Und genauso lange ist der Ball mit Grashalmen schon ein unverwechselbarer Teil des Gerry Weber Open-Logos. Im Tennis-Sport würde man bei einer solchen Punktlandung von einem ein „Ass“ sprechen.

Maximal einfach
Dass die Geschichte vom Rasen-Tennisball eher ein Einzelfall ist, weiß auch Kronenberg. Häufig steckt hinter einer genialen Bildidee oder einem Logo ein wochenlanger, individueller und kreativer Prozess, bis am Ende die eine Idee zündet. Doch im Grunde geht es immer um das Gleiche: Die Reduzierung auf das Wesentliche. „Man nimmt etwas Bekanntes und verändert nur eine Kleinigkeit. Das ist quasi wie eine Eselsbrücke. Jeder kennt einen gelben Tennisball. Ein grüner aus Gras ist neu“, erzählt Kronenberg vom Geheimnis einfacher Symbolik. Für unnützes und störendes Schnickschnack ist da kein Platz. „Bloß nicht zu viel wollen, jedes Detail mitnehmen oder zu viele Farben einbinden. In der Einfachheit liegt der Schlüssel.“

Der Aha-Effekt
Denn nur wenn ein Logo klar und verständlich aufgebaut ist und sich von der Masse abhebt, lässt es sich schnell erfassen – und zuordnen. Dieser Wiedererkennungswert ist essentiell, um es zum Zeichen eines Unternehmens und seiner Marke werden zu lassen. „Denn ein Logo“, so der Art Director, „ist immer auch zu einem gewissen Teil Ausdruck der Unternehmensphilosophie. Es bringt mit Farben und Formen Kernbotschaften und Visionen auf den Punkt.“

 

Tipps für ein erfolgreiches Logodesign

1. KISS-Prinzip
„Keep it short and simple“: Einfaches Design ohne viel Schnick-Schnack. So können sich die Betrachter das Logo besser merken und später umso schneller wiedererkennen.

2. Farben und Schriften
Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Maximal 3 Farben verwenden und nicht mehr als 2 unterschiedliche Schrifttypen.

3. Reproduzierbarkeit
Ein Logo muss in vielen verschiedenen Medien funktionieren, vom Briefbogen über die Website bis zum großen Banner. Deshalb mit Vektoren arbeiten, nur so ist das Logo skalierbar und in allen Größen gut lesbar.

4. Zeitloses Design
Logos müssen über einen längeren Zeitraum funktionieren. Daher sollte der Designer nicht zwangsläufig aktuellen Trends folgen, sondern einen eigenen Weg finden, der langfristig zum Kunden passt.